| Titel: | Schule in der gemischt-ethnischen Gesellschaft. Auslandspraktika in Großbritannien für zukünftige Englischlehrerinnen und -lehrer |  | | Kurzinhalt: | Das Leben im Vereinigten Königreich zeichnet sich - stärker als in anderen europäischen Ländern - durch die Heterogenität der verschiedenen ethnischen Gruppen aus, die auf eine Vielzahl von Ursachen zurückzuführen ist, wobei die koloniale Vergangenheit eine herausgehobene Rolle spielt. Daneben hat die Zunahme an intermarriage, also an Mischehen und gemischt-ethnischen Familien, die kulturelle Vielfalt des öffentlichen und privaten Lebens gefördert. Als ein Meilenstein der multi-ethnischen Gesellschaft wird die Volkszählung von 1991 angesehen, die eine �ethnische Frage� enthielt, nämlich die Aufforderung, sich einer ethnischen Gruppe zuzuordnen. Damit wurde anerkannt, dass das Vereinigte Königreich ein Einwanderungsland war und dass die britische Gesellschaft eine multiethnische geworden war. Als ein weiterer Meilenstein der multiethnischen Gesellschaft gilt die Gründung der Commission on the Future of Multi-Ethnic Britain im Jahre 1998, die zwei Jahre später den so genannten Parekh Report, eine Analyse sowie Empfehlungen für die Verbesserung der multikulturellen Gesellschaft, vorlegte. Die Erforschung ausgewählter Aspekte des gesellschaftlichen Lebens und ihrer Relevanz für deutsche Englischlehrerinnen und Englischlehrer steht im Mittelpunkt des hier skizzierten Vorhabens.
Das Auslandspraktikum in der Gesamtschule �Warley High School� in Oldbury bei Birmingham dient als Grundlage für das kultur- und sprachwissenschaftliche Forschungsprojekt �Schule in der gemischt-ethnischen Gesellschaft�. Der dreimonatige Aufenthalt gibt den beteiligten Studierenden des Fachs Englisch einen unmittelbaren Einblick in eine Gesellschaft, deren herausragendes Merkmal diversity, also Vielfalt, ist. Sie lernen als Fremdsprachenpraktikanten und -praktikantinnen das Bildungswesen aus einer Innenperspektive kennen. Seit 1997 bemüht sich die derzeitige Labour-Regierung, mit Hilfe umfassender Bildungsreformen die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen, die sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts stellen: Verbesserung der Kleinstkindbetreuung in sozial schwachen Familien, Ausweitung der Vorschulerziehung durch das Sure Start Programme, Förderung von Basisfertigkeiten durch Literacy Hour und Numeracy Hour im Grundschulbereich, Einrichtung von City Academies in sozialen Brennpunkten sowie die Pflege der kulturellen Vielfalt, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Forschungsvorhaben setzt sich mit der Frage auseinander, wie eine Schule mit hohem Migrationsanteil und zahlreichen heterogenen Schülergruppen einerseits ethnische Vielfalt pflegen und andererseits das Zusammengehörigkeitsgefühl der Schülerschaft fördern kann. An der �Warley High School� wird dem Sportunterricht dabei eine wichtige Rolle zugewiesen. An den meisten britischen Schulen hat außerdem die Schuluniform eine besondere Funktion und Bedeutung. Das Untersuchungsvorhaben beginnt daher mit einer Fragebogenstudie zur Einstellung der englischen Schülerinnen und Schüler zur Schuluniform und zu religiöser Bekleidung. In jüngster Zeit hat zum Beispiel das niqab, ein Ganzkörpergewand mit Sehschlitzen für muslimische Frauen, an britischen Schulen zu emotionsgeladenen Diskussionen und juristischen Auseinandersetzungen geführt. [kürzen] |  | | Projektdauer: | 01.04.2005 bis 31.12.2008 |  | | Leiter: | Prof. Dr. Bärbel Diehr |  | | Projektmitarbeiter: | Tanja Bitterwolf, Praktikantinnen und Praktikanten des Fachs Englisch, PH Heidelberg |  | | Wiss. Einrichtung: | Fak. II - Englisch |  | | Anschrift: | PH-Heidelberg
Keplerstr. 87
69120 Heidelberg |  | | Telefon: | 06221-477-333 |  | | E-Mail: | Diehr@ph-heidelberg.de |  | | Finanzierungsträger: | Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst/Mittel des Landes Baden-Württemberg zur Förderung des Auslandsstudiums
|  | | In Zusammenarbeit mit: | Amanda Thomson, Warley High School, Oldbury, UK |  | | Vorträge / Veranstaltungen: | Diehr, B. (2005). British-Asian films - den britischen Kompromiss sichtbar machen. Beitrag zur Ringvorlesung "Intertextuelle Bezüge sichtbar machen" der Fakultät für Kulturwissenschaften der PH Heidelberg im Wintersemester 2004/2005. |  | | Publikationen: | Diehr, B. (2006). "British-Asian films im Englischunterricht - den britischen Kompromiss sichtbar machen." In: Olsen, R., Petermann, H.-B., Rymarczyk, J. (Hrsg.) (2006) Intertextualität und Bildung - didaktische und fachliche Perspektiven. Frankfurt/Main: Peter Lang, 187-201. |  | | Verweise auf Webseiten: | |  | | Angehängte Dateien: | | 
Erfaßt von DIEHR am 23.10.2007 |
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