Eine qualitative Studie zum Einsatz einer Lernsoftware im Mathematikunterricht mit heterogenen Lerngruppen
A qualitative study on the use of educational software in mathematics lessons with heterogeneous learning groups
Projektdauer:
01.04.23 bis 31.03.26
Kurzinhalt:
Die Einführung der Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg 2012 hat grundlegende
systemische Veränderungen mit sich gebracht: Zum einen ist das Ausmaß der Heterogenität
der Lerngruppen neu für Lehrkräfte, die in der Regel im dreigliedrigen Schulsystem beruflich
sozialisiert wurden. Zum anderen erfordert das erhöhte Maß an selbstorganisiertem Lernen
tiefgreifende Veränderungen der Unterrichtsmuster, insbesondere im Fach Mathematik, für
die es in der Praxis wenige Beispiele und in der Theorie wenig Forschung gibt.
Daher ist es nicht überraschend, dass die Arbeit in der Gemeinschaftsschule eine – schon
rein quantitativ – erhöhte Arbeitsbelastung für die Lehrkräfte mit sich bringt.
Unterstützung scheinen unter anderem digitale Aufgabenformate zu versprechen. Unter dem
Druck der Schulschließungen im Rahmen der Corona-Pandemie wurden jedoch oft lediglich
schon bestehende Aufgaben auf digitalem Wege zur Verfügung gestellt; diese Aufgaben
nutzen somit nicht das volle Potential der Digitalisierung.
In diesem Forschungsvorhaben soll ein digitales Format für Übungsaufgaben für eine
Unterrichtseinheit zum Bruchrechnen an einer Gemeinschaftsschule eingesetzt werden. Der
Fokus der Untersuchung liegt dabei im qualitativen Bereich, das heißt, es soll untersucht
werden, wie die Schüler an den Aufgaben arbeiten und wie bei ihnen dabei
Grundvorstellungen zum Bruchrechnen entstehen. Mit der doppelten Zielrichtung, einerseits
die Gestaltung der Aufgaben zu optimieren und den methodischen Rahmen für deren
Einsatz zu begründen, anderseits verallgemeinerbare Erkenntnisse über freie
Übungsphasen mit heterogenen Lerngruppen zu erzeugen, steht das Vorhaben in der
Tradition pädagogischer Handlungsforschung. Neu erscheint an dem Vorhaben gegenüber
bisherigen Forschungsvorhaben zum Einsatz digitaler Werkzeuge im Mathematikunterricht
einerseits der Fokus auf heterogenen Lerngruppen, andererseits die qualitative
Fragestellung, die nicht in erster Linie auf einen messbaren Lernzuwachs fokussiert, sondern
durch den Einsatz verschiedener Datenquellen Lernprozesse auch in Beziehung setzt zur
Akzeptanz der Aufgaben durch Schüler*innen und Lehrkräfte, zur konkreten methodischen
Umsetzung, sowie zu individuellen Voraussetzungen der Schüler*innen.
[Kurzinhalt - Fremdsprache] The introduction of the comprehensive school in Baden-Württemberg in 2012 brought about fundamental
systemic changes: On the one hand, the extent of heterogeneity
in learning groups is new for teachers, who were generally socialised professionally in the three-tier school system
. On the other hand, the increased level of self-organised learning
requires profound changes in teaching patterns, especially in mathematics, for
which there are few examples in practice and little research in theory.
It is therefore not surprising that working in a comprehensive school entails an increased workload for teachers, even
in purely quantitative terms.
Digital task formats, among other things, seem to offer support. However, under the
pressure of school closures in the context of the coronavirus pandemic, often only
existing tasks were made available digitally; these tasks
therefore do not exploit the full potential of digitalisation.
In this research project, a digital format for practice tasks3 is to be used for a
teaching unit on fraction calculation at a comprehensive school. The
focus of the study is qualitative, i.e. it aims to investigate
how pupils work on the tasks and how they develop
basic concepts of fraction arithmetic in the process.