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Fleisch | Fleisch essen zwischen esskultureller Normalität und nachhaltigkeitsbezogener Normativität – Perspektiven von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Baden-Württemberg


Projektdauer:

20.12.25 bis 31.12.26

Kurzinhalt:

Gegenstand des Projektes ist es, ein vertieftes Verständnis über die heterogenen Perspektiven und Wertorientierungen zum Fleisch essen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Baden-Württemberg zu gewinnen, in Verbindung mit den Ernährungsentscheidungen im Alltag. Durch traditionell gewachsene Esskulturen und tägliche Ernährungspraktiken ist das Thema untrennbar mit den Lebenswelten und der Rolle als Verbraucherinnen und Verbrauchern verbunden, geprägt durch jeweils spezifische Erfahrungen, Haltungen, Wertorientierungen und Überzeugungen. Diese Erkenntnisse bilden den Ausgangspunkt für einen lebensweltorientierten, zielgruppengerechten und konstruktiven Umgang mit dem kontroversen Thema Fleisch | Fleisch essen in Ernährungsbildung und -kommunikation. Bildungsprozesse können erst dann wirksam werden und ihr Potenzial entfalten, wenn Anschlussfähigkeit an Lebenswelt, Alltagspraktiken und den dahinter liegenden Wertorientierungen der Lernenden gegeben ist (Klafki, 1991; Häußler & Küster, 2013; Singer-Brodowski, 2019). Gerade dazu sind bisher kaum tragfähige Erkenntnisse verfügbar, diese sollen im Rahmen der Studie als Grundlage für die Konzeption von Ernährungsbildungs-Angeboten spezifisch für Baden-Württemberg erhoben werden.

Die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist dabei aus verschiedenen Gründen besonders interessant und relevant. Jugendliche und junge Erwachsene…
- …befinden sich in einer biografischen Umbruchphase zwischen der Herkunftsfamilie und einer selbst verantworteten Lebensführung, auch im Hinblick die Gestaltung des Essalltags und ernährungsbezogene Kaufentscheidungen und sind potenziell offen für neue Routinen und Gewohnheiten;
- …sind in dieser Lebensphase meist besonders eng in eine altersgleiche Gruppe von Freundinnen und Freunden (Peergroup) eingebunden, in der Perspektiven auf die Gesellschaft geteilt und entwickelt werden und für die Einzelnen identitätsstiftend sind;
- …sind über verschiedene Bildungsinstitutionen wie allgemeinbildende Schule, Berufsschule oder Hochschule grundsätzlich gut für settingbezogene Bildungsangebote zu erreichen, z.B. verbunden mit Angeboten zur Unterstützung in der anspruchsvollen biografischen Umbruchsituation zur eigenständigen Lebensführung;
- …sind besonders offen für zukunftsbezogene, ethische Fragen und engagieren sich für gesellschaftlichen Wandel.
Ziel der Studie ist es, die gewonnenen Erkenntnisse über die Perspektive von Jugendlichen und jungen Erwachsenen für Fortbildungsformate und Schulungsmaterialien für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie Lehrkräfte der Ernährungsbildung und -kommunikation in Baden-Württemberg zu nutzen, aufzubereiten und die didaktische Handlungsfähigkeit für einen konstruktiven Umgang mit der Normativität des Themas Fleisch zu stärken. Die Ergebnisse können auch als Grundlage für die Konzeption von (Unterrichts-)Materialien genutzt werden. Ein expliziter Fokus auf die verbindenden Aspekte des Ess-Alltags soll Angebote ermöglichen, die Menschen langfristig in die Lage versetzen, verantwortliche Entscheidungen treffen zu können und das Potenzial einer an Qualität ausgerichteten gesundheitsförderlichen Ernährungsweise auszuschöpfen. Neben dem spezifischen Bildungsgehalt des Themas Fleisch | Fleisch essen ergibt sich gerade aus der Kontroversität der damit verbundenen Diskurse zu Tierrechten/ Tierschutz, Nachhaltigkeit und Gesundheit zusätzliches Potential für demokratische Bildung und die Förderung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Auch dieser Aspekt wird in der methodisch-didaktischen Aufbereitung berücksichtigt.

Projektbeteiligte:

Icon-UserProf. Dr. Schneider, Katja (Leitung)Profil
Icon-UserProf. Dr.  Häußler, Angela (Leitung)Profil
Icon-UserDr. Neuthard, CorinnaProfil

Verweis auf Webseiten:

Keine

Angehängte Dateien:

keine

Publikationen:

Forschungsprojekt
akt. laufend
Projekt-ID:1117 • Ausrichtung: national • Kostenstelle: folgt
Fak. 3 • Alltagskultur und Gesundheit
Erfasst von Schneider, Katja(Prof. Dr.) am 19.12.25