Scoping Workshop „Kritische Ansätze im Bereich Gebärdensprachdolmetschen“
Scoping Workshop "Critical approaches in the field of sign language interpreting"
Projektdauer:
01.03.26 bis 31.08.26
Kurzinhalt:
Gebärdensprachdolmetschen (GSD) ist eine noch junge Disziplin, die eng mit der Anerkennung der Deutschen Gebärdensprache verbunden ist. Im Entstehen der Profession wurden bereits früh Abhängigkeiten und Machtfragen diskutiert. Trotz Professionalisierung und Verbesserungen in verschiedenen Bereichen, zeigt sich heute, dass das System den Anforderungen der UN-Behindertenrechtskonvention nicht vollständig gerecht werden kann – GSD wird zunehmend als kurzfristige Teilhabelösungen angesehen, wodurch Machtverhältnisse verfestigt werden. Mit der Professionalisierung entfernte sich die Disziplin von den Gebärdensprachgemeinschaften, was Abhängigkeitsstrukturen stärkt und zu Spannungen zwischen berufspolitischer Verantwortung der Dolmetschenden und Empowerment-Bewegungen innerhalb der Gemeinschaften geführt hat. Existierende Privilegien führen zu paradoxen Diskursen und Abwehrreaktionen.
Im Rahmen von Scoping-Workshops soll eine kritische Standortbestimmung erfolgen, an der nationale und internationale Wissenschaftler:innen sowie Vertreter:innen der Gebärdensprachgemeinschaften teilnehmen. Der Workshop findet ausschließlich gebärdensprachlich statt (DGS und IS), unterstützt durch Dolmetscher:innen. Der Workshop nutzt den Ansatz Appreciative Inquiry (AI). Ziel ist es, damit eine umfassende Analyse des Status quo und die Erarbeitung von Entwicklungsperspektiven für das Gebärdensprachdolmetschen vorzunehmen.
[Kurzinhalt - Fremdsprache] Sign language interpreting is a young discipline closely linked to the recognition of German Sign Language. Issues of dependency and power were discussed early in the profession's emergence. Despite professionalization and improvements in various areas, it is now clear that the system cannot fully meet the requirements of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities. Sign language interpreting is often viewed as a short-term, participation-oriented solution, thereby entrenching power relations. During the professionalization process, the discipline has also distanced itself from sign language communities, which also reinforces dependency structures. Tensions exist between the professional responsibility of interpreters and empowerment movements within the communities. Existing privileges lead to paradoxical discourses and defensive reactions. Scoping workshops will conduct a critical assessment of the current situation, with participation from national and international scholars and representatives of sign language communities. The workshop will be conducted exclusively in sign language (DGS and IS), supported by interpreters. The workshop uses the Appreciative Inquiry (AI) approach. The goal is a comprehensive analysis of the status quo and the development of perspectives for sign language interpreting.
Prof. Dr. Okan Kubus, Hochschule Magdeburg-Stendal
Verweis auf Webseiten:
Keine
Angehängte Dateien:
keine
Publikationen:
Entwicklungsvorhaben
akt. laufend
Projekt-ID:1119 • Ausrichtung: international • Kostenstelle: 101 340 910 Fak I • Sonderpädagogik - GebärdensprachdolmetschenErfasst von Benner, Uta(Prof. Dr.) am 04.03.26 Zuletzt geändert von Schnura, Antonia am 12.03.26