Das Literarische Unterrichtsgespräch - Teilprojekt 2: "Literarisches Sprechen". Begründung einer Kategorie des mimetischen Textzugangs in Literarischen Unterrichtsgesprächen
Projektdauer:
01.03.05 bis 31.03.08
Kurzinhalt:
Im Rahmen des Forschungsprojekts wird auf der Grundlage von literaturdidaktischen Ansätzen zum "literarischen Schreiben" (Paefgen, Fingerhut, Abraham) und von literaturwissenschaftlichen Ansätzen zum gesprächsförmigen Textverstehen (Anderegg, Gadamer u.a.) die Kategorie "literarisches Sprechen" als eine spezifische, mimetische Form des Textzugangs theoretisch konturiert. An Beispielen aus Gesprächen im Literaturunterricht unterschiedlicher Schularten und -stufen sowie an der Hochschule soll aufgezeigt werden, wie sich "literarisches Sprechen" konkret zeigt und wie es didaktisch modelliert werden kann. Die meisten der untersuchten Gespräche wurden nach dem vom Forscherteam entwickelten "Heidelberger Modell des Literarischen Unterrichtsgesprächs" (Härle et al.) geführt, das auf diese Weise auch weiter entwickelt werden konnte. Diese Gesprächsform soll es den TeilnehmerInnen ermöglichen, ihre literarischen Erfahrungen und Verstehensansätze, aber auch ihre Irritationen und ihr Nicht-Verstehen im Rahmen eines Gesprächsprozesses authentisch zu versprachlichen. Dieser sprachliche Annäherungsprozess lässt sich im Anschluss an Walter Benjamin u. a. als spezifische Form von Mimesis charakterisieren und von "analytischen" Umgangsformen mit Literatur unterscheiden. Die Mimesis-Theorie soll für die Beschreibung und Modellierung von erfahrungsbasierten Erwerbsprozessen im Bereich sprachlich-literarischer Bildung eine bislang unterrepräsentierte Dimension eröffnen und in der weiteren Projektarbeit gezielt für die literaturdidaktische Theoriebildung genutzt werden. Im Zeitraum 2007/2008 wurden der Ansatz und Ergebnisse des Projekts auf mehreren Fachtagungen, u.a. dem Germanistentag und dem Symposion Deutschdidaktik, vorgestellt und diskutiert.