Forschungs- & Publikationsdatenbank

Entwicklung und Evaluation von Materialien zur Doping-Prävention und zur Resistenz gegen Medikamentenmissbrauch


Projektdauer:

01.01.04 bis 01.09.09

Kurzinhalt:

Praktiker (Trainer, Sportlehrer) sind damit überfordert, neben ihrem Alltagsgeschäft selbst Materialien und Verfahren zur Doping-Prävention zu erarbeiten. Trotz der Gründung der Nationalen Antidoping-Agentur (NADA) ist bisher ein entscheidender Durchbruch im Präventionsbereich ausgeblieben. Auch weitgehend ohne Förderung wurde in der Zwischenzeit ein Materialpaket entwickelt, das bei einer großen Pressekonferenz von DOSB, dsj und NADA am 26.7.2006 in Hamburg der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Dieses Paket enthält auf der Basis der Forschungen von Singler, Treutlein, Knörzer und Schwarz und der Durchführung eines bedeutenden internationalen Expertengesprächs mit über 70 Teilnehmern aus neun verschiedenen Ländern. Es wurde in der Zwischenzeit weiterentwickelt; in die Version "Landessportbände" (September 2008) wurden weitere Filme, Arbeitsblätter und Texte integriert:

1. Navigationshilfe (Schwarz)
2. Die Broschüre "Sport ohne Doping. Argumente und Entscheidungshilfen für junge Sportlerinnen und Sportler sowie Verantwortliche in ihrem Umfeld". (Arndt/Singler/Treutlein) (20.000 Exemplare)
3. Rollenspiel (Schwarz)
4. Film zum Wecken von Problembewusstsein "Entscheide selbst!" (Knebel), "Trainertypen" (Dannenmann/Janalik), "Kritische Situation in einer Radsportkarriere" (Hillringhaus et al.)
5. Powerpoint-Präsentation (Schwarz)
6. Begleittexte (Schwarz/Treutlein)
7. Arbeitsblätter (Schwarz, Treutlein)
8. Modellfortbildung zum Thema "Dopingprävention" (Knörzer/Schwarz/Treutlein)
9. Flyer zur Information von Adressaten (Hillringhaus/Treutlein)
10. Text: Wieviel Optimierungswahn vertragen Gesellscahft, Mensch und Sport?
11. Ausbildungsordnungen (Themen, Arbeitsmaterialien) für die Übungsleiter- und Trainerausbildung.

Zu leisten bleibt die Implementation der Materialmappe in die Übungsleiter- und Traineraus- und -weiterbildung (ebenso aber auch in jene von LehrerInnen), die Umsetzung in Vereinen, Verbänden und Schulen. Zu leisten bleibt neben der Umsetzung:

1. Erforschung der Einstellungs- und Bedürfnissituation von Multiplikatoren und Endabnehmern sowie die notwendigen Voraussetzungen an kommunikativer Kompetenz. Hierzu findet im Zeitraum 12/2008 - 7/2009 eine Untersuchung im Landessportbund Rheinland-Pfalz (im Auftrag des Innenministeriums Rheinland-Pfalz) statt, um besser über das Problem- und Aufgabenbewusstsein von Verantwortlichen für Dopingprävention in den Verbänden Bescheid zu wissen, als Grundlage für gezielte Präventionsmaßnahmen.
2. Evaluation von Umsetzungsbemühungen auf ihre Wirkung hin. Hier wird ab Beginn des Jahres 2009 in Zusammenarbeit zwischen Nationaler Antidoping-Agentur (NADA), Deutscher Sportjugend (dsj) und Zentrum für Dopingprävention der PH Heidelberg am Ende einer jeden Präventionsveranstaltung ein erster Evaluationsversuch durchgeführt.

Ergebnis:

Die bisherigen Erfahrungen deuten darauf hin, dass das Problem- und Aufgabenbewusstsein in allen Leistungsniveaus und Altersstufen (Ausnahme 14 - 16-Jährige) gering entwickelt ist und eine Abwehrhaltung dagegen besteht, sich mit der Thematik zu beschäftigen. Diese Abwehrhaltung ist um so größer, je direkter die Abhängigkeit der Finanzierung von den Leistungsergebnissen. Nicht wenige im Spitzensport sind absolut auf die Leistungsproduktion fixiert und befürchten über intensive Präventionsmaßnahmen Leistungseinbußen, die dann vom Staat und von Sponsoren mit geringeren Mittelzuweisungen "bestraft" werden würden.
Die bisherigen schriftlichen Befragungen zeigen, dass ein größerer Teil der Übungsleiter und Trainer sich absolut für sauberen Sport einsetzen wollen. Diese kommen aber gegen die (verdeckten) Dopingfreunde aber nur schwer zu wort. Deshalb wäre eine Ergänzung der Verhaltensprävention durch Verhältnisprävention (z.B. Austausch von Präsidien) dringend notwendig.

Projektbeteiligte:

Icon-UserProf. Dr. Treutlein, GerhardProfil
Icon-UserManuel Ruep, M.A.
Marcus Zidek, M.A.
Andreas Singler, Diplomsportlehrer, Sportwissenschaftler

In Zusammenarbeit mit:

Icon-PersonengruppeDeutsche Sportjugend, Bund deutscher Rafahrer (BdR), verschiedene Landessportbände, Nationale Antidoping-Agentur (NADA), Dopinghotline in Montpellier, französischer Sportbund (CNOSF), Sandro Donati (Rom)

Verweis auf Webseiten:

Angehängte Dateien:

keine

Publikationen:

Forschungsprojekt
abgeschlossen
Projekt-ID:146
Fak. 3 • Sportwissenschaft/Sportpädagogik
Erfasst von Treutlein, Gerhard(Prof. Dr.) am 26.10.07
Zuletzt geändert von Prof. Dr. Treutlein, Gerhard am 30.01.20