Forschungs- & Publikationsdatenbank

Das Literarische Unterrichtsgespräch - Teilprojekt 3: "Literarisches Lernen zwischen Fremdheit und Eigenheit. Eine explorative Studie zum Bedeutungspotential von Alteritätserfahrungen im Literarischen Unterrichtsgespräch."

The Literary Classroom Conversation - Subproject 3: "Literary Learning between Foreignness and Eigenity. An explorative study on the meaning potential of alterity experiences in literary classroom talk."


Projektdauer:

01.08.08 bis 30.09.11

Kurzinhalt:

Im Zentrum des Teilprojekts 3 (Leitung: Prof. Dr. Gerhard Härle) steht der Begriff der Alterität, dem in den letzten Jahren sowohl in den Fachwissenschaften (Soziologie, Philosophie, Pädagogik) als auch in den unterschiedlichen Fachdidaktiken (Musik-, Kunst- und Literaturdidaktik) wieder verstärkt Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das Teilprojekt beschäftigt sich gezielt mit der Übertragung des Alteritätsbegriffs in die gesprächsorientierte Literaturdidaktik: Einerseits wird unter Berufung auf erziehungswissenschaftliche Beiträge (vgl. u.a. Benner 1999; Wimmer 2007) deutlich, dass die Begegnung mit dem Alteritätspotential literarischer Texte insofern intensive Bildungsprozesse anstoßen kann, als Texte mit einem großen Alteritätspotential Lernende regelrecht provozieren können, bereits bestehende Sinnordnungen und Wissensschemata zu Überdenken und neu zu strukturieren, was als wichtiger Prozess literarischen Lernens konturiert werden kann. Andererseits geht mit der Begegnung mit dem Fremden seit jeher etwas Irritierendes und Beunruhigendes einher, das zu situativen Abwehrhaltungen bei Lernenden führen kann.
Mit diesem Spannungsfeld, in das Lehr- und Lernprozesse durch die Begegnung mit dem Fremdem unumgänglich geraten, beschäftigt sich das Teilprojekt. Das Heidelberger Modell des Literarischen Unterrichts-gesprächs ermöglicht es, die Begegnung mit der Fremdheit literarischer Texte als ein "Lernen im Format" zu beschreiben, das einen gemeinsamen Prozess der Annäherung eröffnet, ohne die Alterität des Textes einzuebnen oder zu fixieren.
Aus diesem Grund wurden mit Grundschulkindern der 3. und 4. Klasse mehrere Literarische Unterrichtsgespräche zu einem Gedicht mit großem Alteritätspotential geführt und digital aufgezeichnet. Die Gesprächsprozesse wurden im Forschungsprozess außerdem transkribiert und analysiert. Weil es sich bei "Alterität" um einen relationalen Begriff handelt, wurde ein "Kategoriensystem sprachlich-literarischer Alterität" entworfen, das genutzt wurde, um die Wechselwirkungen zwischen der Alterität eines Textes und den Rezeptionsstrategien und Verstehensansätzen von Lernenden der Primarstufe aufzuzeigen. Dieses Vorgehen ermöglichte es darüber hinaus, literaturdidaktische Postulate für die (gesprächsförmige) Begegnung mit dem Fremden zu formulieren.

Ergebnis:

Die Ergebnisse wurden in der Magisterarbeit "Literarisches Lernen zwischen Fremdheit und Eigenheit. Eine explorative Studie zum Bedeutungspotential von Alteritätserfahrungen im Literarischen Unterrichtsgespräch" ausgewertet und auf fachdidaktischen Kongressen vorgestellt und diskutiert.

Projektbeteiligte:

Icon-UserProf. Dr. phil. Härle, Gerhard (Leitung)Profil
Icon-UserFelix Heizmann M.A.

Verweis auf Webseiten:

Keine

Angehängte Dateien:

keine

Publikationen:

Forschungsprojekt
abgeschlossen
Projekt-ID:349
Fak. 2 • Deutsch (mit Sprecherziehung)
Erfasst von Härle, Gerhard(Prof. Dr. phil.) am 29.01.11
Zuletzt geändert von Pretsch, René am 28.10.22