BIEMO - Bilderbuchrezeption und emotionale Entwicklung
Projektdauer:
01.05.17 bis 30.04.20
Kurzinhalt:
Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule stellt einen wichtigen Schritt der kindlichen Bildungsbiografie dar und ist mit Chancen und Herausforderungen wie auch zahlreichen Emotionen verbunden. Das interdisziplinäre Forschungsprojekt nähert sich übergangsbezogenen Emotionen von Kindern aus Sicht der Entwicklungspsychologie, der Bilderbuchrezeptionsforschung sowie der Medienaneignungsforschung. Dabei soll die Kinderperspektive auf die Transition und damit zusammenhängende Themen, Erwartungen und eben Emotionen beleuchtet sowie mögliche Regulationsprozesse erfasst werden. Die Rezeption eines thematisch einschlägigen Bilderbuches bietet dabei einen Zugang zur kindlichen Sicht auf die eigene Situation. Hier interessiert im Rahmen des Projektes besonders, wie Kinder ihre eigene Lebenslagen mit dem im Bilderbuch Vorgefundenen verknüpfen und sich mit den Figuren im Buch emotional und kognitiv in Beziehung setzen. Das Kind wird in diesem Rezeptionsprozess als aktiv rezipierende Person verstanden, die sich das Bilderbuch mit seinen spezifischen Modalitäten sowie Inhalt und Narration vor dem Hintergrund individueller Kontexte, Interessen und Deutungen aneignet.
Die persönlichen Lebenskontexte und Voraussetzungen der Kinder werden mittels Kinderinterviews erhoben; weitere Informationen zur Übergangssituation liefern Befragungen von Eltern und pädagogischen Fachkräften. Im Zentrum der qualitativen Untersuchung stehen Bilderbuchgespräche in Form von Leitfadeninterviews, mit denen der kindliche Aneignungsprozess anhand des Bilderbuches Garmans Sommer (Hole 2006, dt.: 2009) angeregt und erfasst wird.
Ergebnis:
Neben der Auseinandersetzung mit der Perspektive von Kindern auf die Übergangssituation Kindergarten/Grundschule und damit verbundene Emotionen sowie der Bilderbuchrezeption im Kontextdieser besonderen Situation sollen Aussagen zur Eignung von Bilderbüchern zur ko-regulativen Bearbeitung und Moderation übergangsbezogener Themen und Emotionen gemacht werden. Durch die Interdisziplinarität des Projektes ist es möglich, die Forschungsergebnisse in unterschiedliche Fachdiskurse hineinzutragen. Ebenso ergibt sich mit den gewonnenen Erkenntnissen ein Ertrag für Aus- und Weiterbildungen von pädagogischen Fachkräften sowie Lehrkräften an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg.