Der Einfluss von Stress auf die diagnostische Urteilsgüte von Lehrkräften im Bereich der Lesedidaktik
folgt
Projektdauer:
01.08.17 bis 31.07.20
Kurzinhalt:
Das fachliche und fachdidaktische Wissen der Lehrkraft bezogen auf Aufgaben-und Textmerkmale, inferenzielle Leseprozesse und Lesestrategien spielt eine entscheidende Rolle zur Einschätzung und Förderung der Lesekompetenz ihrer Schüler. Der Prozess des Diagnostizierens geschieht in realen Lehr-Lern-Situationen jedoch unter dem Einfluss von verzerrenden Einflüssen, wie z.B. Stress. Bislang wurden solche Bias-Faktoren in Studien jedoch entweder nicht berücksichtigt oder nach Möglichkeit ausgeschaltet. Das Einbeziehen störender Faktoren ist jedoch von entscheidender Bedeutung, um die Validität bisheriger Forschungsergebnisse einschätzen und das Ausmaß des Einflussessolcher Verzerrungsfaktoren quantifizieren zu können. Das vorliegende Teilprojekt untersucht zu diesem Zweck die Wirkung von Stress auf die Urteilsgenauigkeit zu Aufgaben-/Textschwierigkeiten und inferenziellen Prozessen beim Lesen sowie zur Angemessenheit von Lesestrategien. Zur Analyse der Urteilsprozesse werden außer der Diagnoseleistung zusätzlich Verbalprotokolle („lautes Denken“) und Blickbewegungsdaten herangezogen. Es wird erwartet, dass sich auf Grundlage der so gewonnenen Daten, Schlüsse sowohl für angemessene Untersuchungsdesigns als auch über die Prozesse bei der Urteilsfindung ziehen lassen werden