Klimatage im Ökogarten - BNE elementar
„BNE, Klimaschutz und Erhalt der Biodiversität – eine Herausforderung für alle“
Education for sustainable development - Climate day for everyone in the ecological garden
Projektdauer:
01.10.20 bis 31.10.22
Kurzinhalt:
Durch das Projekt wird die Sensibilisierung der künftigen Lehrkräfte in inklusiven Settings für die Bildung für nachhaltige Entwicklung und den Klima-/ Biodiversitätsschutz nachhaltig gestärkt. Inklusion ist heute auch ein verbindlicher Bestandteil aller lehramtsbezogenen Studiengänge, sowohl in Form eines eigenständigen Moduls als auch als Querschnittselement in den Bildungswissenschaften und in den Unterrichtsfächern.
Gleichwohl fehlt es oft an konkreten Modulen, Erfahrungen und inhaltsbezogenen Materialien. Hier will das Projekt gezielt ansetzen. Seit 2009 ist die UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland ratifiziert, dennoch mangelt es bisher an Unterrichtskonzepten und Materialien für den inklusiven Naturwissenschaftsunterricht, konstatieren Fachdidaktikerinnen. Es fehlen erprobte Konzepte für die Gestaltung eines inklusiven Unterrichts, der auf die BNE sowie die Spezifika der Fächer eingeht. Klimaschutz und Erhaltung der Biodiversität sind für alle Mitglieder der Gesellschaft relevant, sowohl im Hinblick auf zu erwartende Folgen des Klimawandels und Biodiversitätsverlustes, als auch im Hinblick auf die Möglichkeiten der Partizipation an Maßnahmen, diese Verluste nach Möglichkeit zu begrenzen. Die globalen Belastungsgrenzen sind erreicht bis überschritten. Elementarisierende Angebote für BNE sollten Brücken zwischen fachlicher Expertise und der Weiterentwicklung von Konzepten inklusiver Bildung schlagen. So können innerhalb der eigenen Hochschule Ansprechpartnerinnen gefunden und Kooperationsideen umgesetzt werden. Im Ökogarten wird dabei insbesondere auf Handlungsorientierung fokussiert. Die Unterrichtseinheiten zu Stoffkreisläufen, Kompost oder Pflanzenwachstum und Klima stellen einen Wechsel von Instruktion und Konstruktion dar, um zum einen praktisches Arbeiten zu ermöglichen, zum anderen lernschwache Schüler*innen zu unterstützen. Wenn BNE nach den 17 SDGs orientiert ist, gehört dazu hochwertige Bildung für alle und soziale Teilhabe. Die schließt Inklusion ein. Je nach Förderbedarf sind immer spezielle Materialien zu erarbeiten. Die entwickelten Mateialien sowie die Forschungsergebnisse sind publiziert (Tagung Jena 2021) sowie werden veröffentlicht (2 Paper).
[Kurzinhalt - Fremdsprache] Education for sustainable development is an essential requirement in school curricula. Transformation of society is hardly conceivable without the inclusion of all pupils and citizens. Inclusion is rarely involved in gaining knowledge in education for sustainable development to understand conservation of nature and biodiversity as well as fight against climate change. The number of didactic studies in this area, however, is negligible.
Could the understanding of basic ecological and organismic facts and phenomena help handicapped persons to interpret global connections and opportunities in everyday live to make the worlds way of living and economy more sustainable? The current study investigates this problem in two methodological ways.
First, learning effects of modules for handicapped persons in the ecological garden of PH Heidelberg will be analyzed by semi-structured interviews and modified structure-laying technology.
Second, questionnaires (PCK) are used to measure factors of Pedagogical content knowledge of pre service student teachers during developing learning material in pre-post-design. The developed material will be presented during advanced trainings.
Ergebnis:
Der „Klimatag im Ökogarten“ fand mit großem Echo am 24. Juni 2021 statt.
Dieser Tag im Ökogarten wurde zu einem echten Höhepunkt, er wird am 21.6.2022 neu aufgelegt. Der Schwerpunkt des Programms lag auf gemeinsamen Lernprozessen von Studierenden mit Förderbedürftigen.
Mit dem Projekt stellten wir uns der Herausforderung, globale Zusammenhänge sowie Stoffkreisläufe für unterschiedliche Zielgruppen zu elementarisieren und mit Inhalten sowie Handlungsangeboten zu verknüpfen. Die für Hochschulgärten elementaren Basiskonzepte Pflanze, Tier, Boden, Luft wurden in verschiedenen Stationen aufgegriffen.
Dies umfasste den Kompostplatz, eine Lernstation zu globalen Stickstoffkreisläufen, den Teich im Ökogarten mit vielfältigen ökologischen Einblicken in die Welt der Tiere und Pflanzen und viele andere Lernstationen.
Zahlreiches Lernmaterial wurde in verschiedenen Seminargruppen und mit Tutorinnen entwickelt und evaluiert. Dabei gaben uns Förderbedürftige selbst hilfreiches Feedback.
Die Förderbedüftigen hatten zuvor mehr als ½ Jahr im Ökogarten gelernt und gearbeitet, vgl.: https://www.ph-heidelberg.de/presse-und-kommunikation/publikationen/newsletter.html.
Der Klimatag sprach nicht nur Förderschulen an, sondern auch Gymnasien. Im Nachgang zum Klimatag entsteht eine neue Kooperation: Bunsen-Gymnasium, die mit dem Englischen Institut – Gymnasium (EI) wird fortgeführt, denn Umgang mit Heterogenität umfasst auch die Förderung Hochbegabter.
Im Kontext der Elementarisierung der BNE in diesem Projekt Hochschulgärten wurden wissenschaftliche Abschlussarbeiten durchgeführt, z.B. B.A. und M.Ed. zur Erforschung inklusiven Lernmaterials. Beim Lernmaterial geht es weniger um fertige kopierfähige Vorlagen, sondern darum, Lehrkräfte zu befähigen, vorliegende Strukturen und Materialien für ihre jeweiligen Lernenden zu adaptieren. Diese didaktische Rekonstruktion zeichnet das Professionswissen der Lehrkräfte (PCK) aus.
Während wir uns in der Startphase unseres Projektes und der Forschungskonzeption zunächst vorrangig am bekannten Index der Inklusion (Boban & Hinz) konzeptionell orientierten, wird nun das „NinU“-Schema der Inklusion (Netzwerk inklusiver naturwissenschaftlicher Unterricht) derzeit deutschlandweit diskutiert. Dem haben wir zugearbeitet, in kommunikativer Validierung des Modells und durch Teilnahme an der Fachtagung „Digitale Navigation von Inklusion“ am 11./12. Juni 2021 Die Publikation befindet sich nach erfolgreichem Review-Prozess 2022 im Druck.
Die Vernetzung mit anderen Fachdidaktiker:innen wurde vorangetrieben.
Unsere reflektierten Erfahrungen sind eingeflossen in Workshops für Multiplikator:innen, z. B. innerhalb des Schulgartenforums mit der GA und dem Verbund der Hochschulgärten. Wir beteiligten uns auf Anfrage an einer BNE-Ringvorlesung der Hochschule Emden/Leer in Niedersachsen im November 2021 sowie erneut im März 2022. Selbstverständlich waren die Hochschulseminare in unserem Lehrbereich in allen Lehramtsstudiengängen von BNE durchzogen und profitierten von den neuen Erkenntnissen der Arbeit mit Förderbedürftigen im Ökogarten. Inklusion wird gelebt.
Eine intensive Vernetzung erfolgte auch mit der Trägereinrichtung des FSJ in der Region, dem DRK Hessen. Hier war unsere förderbedürftige FSJ-Beschäftigte im Ökogarten strukturell angebunden.
Eine weitere Publikation ist: „BNE als Herausforderung für alle“, erscheint im Mai 2022 in dem Buch
- von „Au, J. & Jucker, R. (Hrsg.) (2022). Draußen-Lernen. Neue Forschungsergebnisse und Praxiseinblicke für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung. Zürich: hep.