Intimität und Behinderung. (Re-)Konstruktionen von Liebe und Partner*innenschaft im Kontext professioneller Begleitung (Arbeitstitel)
Intimacy and Disability. (Re)constructions of Love and Partnership in the Context of Professional Support (working title)
Projektdauer:
01.11.22 bis 30.04.27
Kurzinhalt:
Meine Forschung wird von der Frage geleitet, was »Intimität« im Kontext der professionellen Begleitung von erwachsenen Menschen mit der Fremdzuschreibung »kognitive Beeinträchtigung« bedeutet. Eine Antwort erarbeite ich in vier Schritten:
1. Zuerst prüfe ich, welche Semantik von »Intimität« im Kontext der heil- und sonderpädagogischen Fachliteratur beobachtbar ist. Ein erster Befund lautet, dass im heil- und sonderpädagogischen Fachdiskurs ein weites Verständnis von »Sexualität« dominiert, in dessen Rahmen »Intimität« als ein Aspekt von Sexualität thematisiert wird. Problematisch hieran ist, dass hierdurch die soziale Dimension von »Intimität« weitgehend getilgt wird.
2. In einem zweiten Schritt erkundige ich mich deshalb im Bereich der Soziologie nach Theorie-Angeboten zu »Intimität« und erarbeite mir schließlich mit Hilfe der soziologischen Systemtheorie eine theoretische Grundlage, auf die Schritte 3 und 4 fußen.
3. In einem dritten Schritt untersuche ich, welche Konstruktionen von »Intimität« im Kontext der empirischen Lebenswirklichkeit von Menschen mit der Fremdzuschreibung »kognitive Beeinträchtigung« 'anzutreffen' sind: Im Rahmen von Interviews mit Expert:innen in eigener Sache und mit fachlichen Expert:innen (d.h. mit Fachpersonal aus dem Bereich Wohnen und Fachpersonal in sexualpädagogischen Beratungsstellen für Personen mit sogenannter kognitiver Beeinträchtigung) gehe ich der Frage nach, wie »Intimität« im Kontext professioneller Begleitung, d.h. im Spannungsfeld von Selbst- und Fremdbestimmung konstruiert und thematisiert wird.
Die Expert:innen-Interviews werte ich mit der Sequenzanalyse der Objektiven Hermeneutik aus.
4. Abschließend rekonstruiere ich eine Antwort auf die Frage, was »Intimität« im Kontext der professionellen Begleitung von Personen mit sogenannter kognitiver Beeinträchtigung bedeutet, indem ich alle o.g. drei Schritte »zweitbeobachte«, d.h. eine funktionale Analyse durchführe, die durch die soziologische Systemtheorie angeleitet wird.
Die Ergebnisdarstellung erfolgt in Form einer Problemstufenordnung.
[PELKA] | Posterbeitrag bei der 59. Jahrestagung der Sektion Sonderpädagogik der DGfE vom 23.-25.09.24 an der TU Dortmund
[PELKA] | Posterbeitrag bei der 38. Jahrestagung der Inklusionsforscher:innen vom 17.-19.02.25 an der Universität zu Köln
Publikationen:
Dissertation
akt. laufend
Projekt-ID:960 • Ausrichtung: national Fak I • Sonderpädagogik - Geistig- und MehrfachbehindertenpädagogikErfasst von Pelka, Alexandra am 19.12.22 Zuletzt geändert von Pelka, Alexandra am 03.05.26