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Publikation Nr. 4841 - Details

Deaf Pal – Kommunikation in der Palliativversorgung gehörloser Menschen: Vorgehen und Ergebnisse.

Rode, J., Staudt, K., Böhm, C. & Benner, U. (2025). Deaf Pal – Kommunikation in der Palliativversorgung gehörloser Menschen: Vorgehen und Ergebnisse., Das Zeichen, 39(125).
Artikel


URL: https://www.das-zeichen.online/hefte/dz-125/deaf-pal-kommunikation-in-der-palliativversorgung-gehoerloser-menschen-vorgehen-und-ergebnisse/
ISSN: 2751-157X


Abstract
Das sozialwissenschaftliche Forschungsprojekt „Deaf Pal – Kommunikation in der Palliativversorgung gehörloser Menschen" [1] (Hochschule Landshut, 2021 bis 2024, gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst) hat sich zum Ziel gesetzt, die grundlegende Palliativversorgung T*tauber Menschen in Deutschland zu verbessern. Trotz der gesetzlichen Verankerung eines barrierefreien Zugangs zur Gesundheitsversorgung stoßen T*taube Menschen weiterhin auf Barrieren bei der Inanspruchnahme medizinischer Angebote. Zur Erreichung des Projektziels wurden interaktive Prinzipien der Zusammenarbeit zwischen dem Forschungsteam der Hochschule und Vertreter*innen der Gebärdensprachgemeinschaft angewandt sowie ein partizipativer Ansatz in das Forschungsdesign eingebettet. Dazu wurden teilnehmende Beobachtungen auf einer Palliativstation mit qualitativen Expert*inneninterviews kombiniert, die von einem gebärdensprachkompetenten T*taub-hörendem Tandem durchgeführt und im Anschluss mit einem Beirat aus den Gebärdensprachgemeinschaften und dem Praxispartner reflektiert wurden. Die Untersuchung identifiziert strukturelle und kommunikative Barrieren in der Palliativversorgung T*tauber Menschen. Letztere weisen klar darauf hin, dass T*taube Menschen als Angehörige einer sprachlich-kulturellen Minderheit besonderen kommunikativen Barrieren ausgesetzt sind und so ihre Bedarfe und Wünsche in der palliativmedizinischen Versorgung häufig nicht beantwortet werden (können). Die palliativmedizinische Versorgung ist durch Zeitdruck, ökonomische Zwänge und mangelnde Sensibilisierung geprägt. Eine barrierearme Palliativversorgung, die die sprachlich-kulturellen Bedarfe T*tauber Menschen kennt und achtet, erfordert strukturelle Anpassungen: Die Etablierung einer zentralen Anlaufstelle, Schulungen für medizinisches Personal, DGS-Kursangebote sowie die Bereitstellung spezifischer Materialien in Deutscher Gebärdensprache (DGS). [1] Die Konnotation von Begriffen hat sich über die letzten Jahre hinweg verändert. In der Folge haben wir uns entschieden, die im Projekttitel verwendete Bezeichnung „gehörlos“ nicht weiter zu verwenden. Lela Finkbeiner führt in ihren Instragram-Beiträgen den Begriff „T*taub“ ein (https://www.instagram.com/lela.finkbeiner/). Dabei geht es ihr darum, darauf hinzuweisen, dass es sich um keinen homogenen Personenkreis handelt und trotz geteilter Erfahrungen die Identitätslinien unterschiedlich gezogen sein können. Gleichzeitig betont sie, dass Nicht- oder unzureichende Beachtung dieser komplexen Ausgangslagen zu Erfahrungen von struktureller Gewalt führen können (Lela Finkbeiner, persönliche Kommunikation, 17.–19. Mai 2025, https://www.instagram.com/p/DJoVJHKInwR3bYHFQnO1nkY24pvghEFMvsHluk0/?img_index=1). Das Wissen um Ungleichheiten spielt insbesondere auch im Kontext von palliativer Versorgung eine große Rolle, sodass wir uns im Folgenden für die Übernahme des Begriffs „T*taub“ entschieden haben.

Attribute

Sprache:
Art der Begutachtung: kein Peer Review
Print: Nein
Online: Ja, ohne Open Access
Datenmedium: Nein
Informationen | Suchen (Hauptmenü)