Welche Änderungen im schulisch angeleiteten Lernen zu Hause lassen sich zwischen der ersten und zweiten Schulschließung in Deutschland herausarbeiten? – Eine Schüler*innenbefragung zur zweiten Schulschließung
Which changes in school-led learning at home can be worked out while the first and the second school closure in Germany. A student-survey to second school closure.
Projektdauer:
03.02.21 bis 17.05.22
Kurzinhalt:
Schulisch angeleitetes Lernen zu Hause in der pandemiebedingten umfassenden Form stellt in der Schulgeschichte eine Neuerung dar, zu der im Jahr 2020 Befragungen verschiedener Akteursgruppen durchgeführt wurden (vor allem Eltern sowie Funktionsstelleninhaber und Lehrpersonen, in geringerem Maß Schülerinnen und Schüler). Die hier vorgestellte Studie fokussiert die bislang weniger akzentuierte Perspektive der Lernenden auf der Grundlage einer 2020 durchgeführten Vorstudie (u. a. Unger, Wacker & Rey, 2020; Unger, Krämer & Wacker; 2020; Wacker, Unger & Rey, 2020). In ihr wurden mit einem digitalen Tool 169 Lernende einer Ad-hoc-Stichprobe am Ende der ersten Schulschließungen im April 2020 befragt (für weiterführende Auswertungen wurden zwei Datensätze zusammengeführt: N = 320 Schüler*innen). Die Ergebnisse verdeutlichen auf Ebene der Schulen vielfältige Umsetzungsformen dieser neuen Form schulischen Lernens, die auf der Ebene der Lehrpersonen nochmals variiert wurden. Auf Seite der Schülerinnen und Schüler wurden teilweise unzureichendes Feedback, mangelnde Strukturierung und eine fehlende kommunikative Rahmung des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause ersichtlich. Aus der zwischenzeitlichen Öffnung der Schulen (Mai bis Dezember 2020) und der erneuten Schließung im Januar und Februar 2021 leitet sich die Frage ab, inwiefern sich die Schulen mit den Umsetzungsformen schulischen Lernens zu Hause auseinandergesetzt hatten und ob auf Ebene der Lernenden Veränderungen diesbezüglich wahrgenommen werden. Damit verbunden interessiert außerdem, ob und in welcher Form die Besonderheiten der unterschiedlichen Schulformen der Sekundarstufe I (Werkreal- und Realschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien) in den Umsetzungsformen identifiziert werden können. Fragestellung(en) der Befragung:
1. Gibt es Veränderungen in der Struktur des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause im Verlauf der Corona-Pandemie?
2. Lassen sich zwischen den Schularten Unterschiede im schulisch angeleiteten Lernen identifizieren?
3. Lässt sich der Erfolg im schulisch angeleiteten Lernen zu Hause durch häusliche Faktoren vorhersagen?
Ergebnis:
Die Ergebnisse der Studie zeigen von der ersten zur zweiten Schulschließung deutliche Verbesserungen in der Strukturierung und Organisation des schulisch angeleiteten Lernens zu Hause. Weiter konnten Hinweise darauf generiert werden, dass Merkmale des häuslichen Umfelds das Aufgabenverständnis von Schüler*innen vorherzusagen vermögen.